Psychosomatik – was ist das ?

Was ist Psychosomatik ?


Die Psychosomatik ist ein interdisziplinäres Fachgebiet, das Elemente der Medizin, Psychologie und Psychotherapie umfasst. Es kann sowohl für die Diagnose als auch für die Behandlung von Erkrankungen eingesetzt werden. Die Behandlung kann sowohl auf körperlicher als auch auf psychischer Ebene erfolgen, je nach den Bedürfnissen des Patienten.
 
Psychosomatik bezieht sich auf den Zusammenhang zwischen psychischen Zuständen und körperlichen Symptomen oder Krankheiten. Es geht um die Wechselwirkungen zwischen Geist und Körper und wie sie sich auf unsere Gesundheit auswirken können.
 
Die Psychosomatik betrachtet, wie Stress, Angst, Trauma und andere psychische Faktoren körperliche Symptome auslösen oder beeinflussen können. Ein Beispiel wäre, wie chronischer Stress zu erhöhtem Blutdruck und Herzerkrankungen führen kann.
 
Die Psychosomatik kann auch umgekehrt wirken, indem körperliche Symptome und Krankheiten den psychischen Zustand beeinflussen. Ein Beispiel wäre, wie chronische Schmerzen oder eine schwere Krankheit die Stimmung und das psychische Wohlbefinden beeinträchtigen können.
 
Die Psychosomatik kann sowohl zur Diagnose als auch zur Behandlung von Erkrankungen eingesetzt werden und umfasst Elemente der Medizin, Psychologie und Psychotherapie. Daher ist Psychosomatik als ein interdisziplinäres Konzept zu verstehen, das eine breite Palette von Forschung und Praxis umfasst.

Es geschieht im Gehirn


In der Psychosomatik geht es um die Beziehung zwischen psychischen Zuständen und körperlichen Symptomen oder Krankheiten. Diese Beziehung wird durch komplexe Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Bereichen des Gehirns vermittelt.

Stress, Angst und andere psychische Faktoren können das Gehirn aktivieren und den Ausstoß von Stresshormonen wie Cortisol und Adrenalin erhöhen, was sich auf den Körper auswirken kann. Diese Hormone können eine Vielzahl von physiologischen Reaktionen im Körper auslösen, wie zum Beispiel erhöhter Blutdruck, erhöhte Herzfrequenz, erhöhte Atemfrequenz und Muskelverspannungen.
 
Auf der anderen Seite können körperliche Symptome und Krankheiten das Gehirn beeinflussen und sich auf den psychischen Zustand auswirken. Chronische Schmerzen und schwere Krankheiten können zum Beispiel zu Depressionen und Angstzuständen führen.
 
Es gibt eine Vielzahl von Gehirnregionen, die an der psychosomatischen Verbindung beteiligt sind. Die genauen Mechanismen, die diese Verbindung vermitteln, sind Gegenstand aktiver Forschung.

In welchem Alter treten solche Beschwerden auf ?


Psychosomatische Beschwerden können in jedem Alter auftreten, von der Kindheit bis ins hohe Erwachsenenalter. Die Ursachen und Auslöser können dabei sehr unterschiedlich sein und hängen oft von individuellen Faktoren wie Lebensumständen, Stressbelastung und persönlicher Veranlagung ab.
 
Bei Kindern und Jugendlichen können psychosomatische Beschwerden beispielsweise im Zusammenhang mit Schulstress, familiären Problemen oder psychischen Belastungen wie Angststörungen oder Depressionen auftreten.
 
Im Erwachsenenalter können psychosomatische Beschwerden ebenfalls durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst werden, wie beispielsweise chronischem Stress im Beruf oder in der Familie, psychischen Belastungen wie Depressionen oder Angststörungen, oder körperlichen Erkrankungen, die sich auf die Psyche auswirken können.
 
Es ist wichtig zu wissen, dass psychosomatische Beschwerden nicht immer auf eine psychische Ursache zurückzuführen sind und auch körperliche Ursachen haben können. Eine sorgfältige Diagnostik durch einen Facharzt oder eine Fachärztin ist daher bei der Abklärung von psychosomatischen Beschwerden von großer Bedeutung.

Psychosomatik Diagnose


Die Diagnose in der Psychosomatik kann auf unterschiedliche Weise erfolgen, da sie ein breites Spektrum von körperlichen und psychischen Symptomen und Erkrankungen umfasst.

Ein erster Schritt bei der Diagnosestellung ist die gründliche körperliche Untersuchung durch einen Arzt oder eine Ärztin, um körperliche Erkrankungen oder Störungen auszuschließen oder zu behandeln.
 
Bei Verdacht auf eine psychosomatische Erkrankung kann der Arzt oder die Ärztin auch eine psychologische Untersuchung durchführen. Psychologische Untersuchungen können verschiedene Methoden umfassen, wie zum Beispiel die Beobachtung des Verhaltens, die Durchführung von Tests und Fragebögen sowie die Durchführung von Interviews.
 
Ein Arzt oder eine Ärztin kann auch eine klinische Untersuchung durchführen, um den Zusammenhang zwischen körperlichen und psychischen Symptomen zu bewerten.
Die Diagnosestellung kann auch durch eine Zusammenarbeit von verschiedenen Fachleuten, wie zum Beispiel Ärzten, Psychologen und Psychotherapeuten, erfolgen, um ein umfassendes Verständnis der Situation des Patienten zu erhalten.
 
Eine wichtige Rolle spielt auch die Erfassung der individuellen Krankheitsgeschichte und des sozialen Umfelds des Patienten, um mögliche Zusammenhänge zwischen körperlichen und psychischen Symptomen zu identifizieren. Ein ganzheitlicher Ansatz, der sowohl den körperlichen als auch den psychischen Zustand des Patienten berücksichtigt, ist für eine erfolgreiche Diagnosestellung und Behandlung in der Psychosomatik von großer Bedeutung.

Therapien bei psychosomatischen Beschwerden


Es gibt verschiedene Therapieformen, die bei psychosomatischen Beschwerden eingesetzt werden können, je nach Ursache und Art der Symptome. Einige der häufigsten Therapieformen sind:

  • Psychotherapie
    Eine Psychotherapie kann dabei helfen, die psychischen Ursachen der Symptome zu erkennen und zu behandeln. Je nach Art der Beschwerden kommen dabei verschiedene Therapieformen zum Einsatz, wie beispielsweise Verhaltenstherapie, Psychoanalyse oder tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie.
  • Medikamentöse Therapien
    In manchen Fällen können Medikamente dazu beitragen, körperliche Symptome zu lindern oder psychische Beschwerden zu behandeln, die mit den Symptomen zusammenhängen.
  • Entspannungsverfahren
    Entspannungsverfahren wie Progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training können dazu beitragen, körperliche Symptome zu reduzieren, indem sie den Stresslevel im Körper senken.
  • Bewegungstherapie
    Körperliche Aktivität und Sport können dabei helfen, den Stresslevel zu senken und körperliche Symptome zu reduzieren.
  • Ernährungstherapie
    Eine gesunde und ausgewogene Ernährung kann dazu beitragen, den Körper zu stärken und körperliche Beschwerden zu lindern.
  • Selbsthilfegruppen
    Selbsthilfegruppen können dabei helfen, Erfahrungen mit anderen Betroffenen auszutauschen und Unterstützung zu finden.

Je nach Art der Symptome und Ursachen kann eine Kombination aus verschiedenen Therapieformen sinnvoll sein. Eine ganzheitliche Betrachtungsweise, die sowohl den körperlichen als auch den psychischen Zustand des Patienten berücksichtigt, ist in der Psychosomatik von großer Bedeutung.

Prophylaxe


Es gibt verschiedene Maßnahmen, die dazu beitragen können, psychosomatischen Beschwerden vorzubeugen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Stressmanagement
    Ein wichtiger Faktor bei der Vorbeugung von psychosomatischen Beschwerden ist ein gesundes Stressmanagement. Dazu können verschiedene Techniken wie Entspannungsübungen, Meditation oder Sport beitragen.
  • Gesunde Lebensweise
    Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf können dazu beitragen, den Körper und die Psyche zu stärken und somit das Risiko für psychosomatische Beschwerden zu reduzieren.
  • Gute soziale Beziehungen
    Eine gute soziale Unterstützung kann dabei helfen, schwierige Lebensphasen und Belastungen besser zu bewältigen und somit das Risiko für psychosomatische Beschwerden zu reduzieren.
  • Achtsamer Umgang mit sich selbst
    Eine achtsame und liebevolle Haltung gegenüber sich selbst kann dabei helfen, die eigene Psyche zu stärken und somit das Risiko für psychosomatische Beschwerden zu reduzieren.
  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen
    Eine regelmäßige ärztliche Untersuchung und Früherkennung von körperlichen Erkrankungen kann dazu beitragen, psychosomatischen Beschwerden vorzubeugen, die durch körperliche Erkrankungen ausgelöst werden.

Eine Vorbeugung von psychosomatischen Beschwerden hängt auch von individuellen Faktoren ab und nicht immer alle Maßnahmen sind für jeden Menschen gleich gut geeignet. Eine individuelle Beratung durch einen Facharzt oder eine Fachärztin kann dabei helfen, gezielt passende Maßnahmen zur Vorbeugung von psychosomatischen Beschwerden zu herauszufinden.

Inhalt

Weitere Artikel

Depressionen
Verhaltensaktivierung

Verhaltensaktivierung hat sich als wirksam bei der Behandlung von Depressionen im Zusammenhang mit körperlichen Erkrankungen wie Herzinsuffizienz erwiesen.

Weiterlesen »
Depressionen
Burnout – eine Krankheit ?

Burnout ist ein schleichender Prozess, der oft langsam und unbemerkt beginnt. Viele Menschen erkennen nicht rechtzeitig die Anzeichen und Symptome, die auf ein Burnout hinweisen.
12 Burnout-Stadien machen das Erkennen leichter.

Weiterlesen »
Stimmungslage
Die Bedeutung der Selbstfürsorge

Die Rolle der Selbstfürsorge beleuchtet und betrachtet verschiedene Krankheitsbilder und zeigt Wege auf, wie jeder individuell erkennen kann, wann es höchste Zeit ist, mehr Achtsamkeit sich selbst gegenüber walten zu lassen.

Weiterlesen »