Alkoholsucht – Anzeichen und Behandlungsmöglichkeiten

Alkoholsucht erkennen

Anzeichen von Alkoholsucht und wie überwinde ich sie?

Bin ich alkoholsüchtig, wenn ich mir jeden Abend ein Glas Wein gönne? Und was ist, wenn ich mich regelmäßig mit Freunden auf mehrere Glas Bier treffe? Bin ich dann alkoholabhängig? Wir gehen im Folgenden näher auf das Thema Alkoholabhängigkeit ein und verraten Ihnen, welche Anzeichen es für Alkoholsucht gibt und wann sie aus medizinischer Sicht diagnostiziert wird.

Der Artikel soll nicht Selbstdiagnose-Zwecken dienen und ersetzt in keinem Fall eine ausführliche suchttherapeutische Beratung durch ärztliches oder psychotherapeutisches Fachpersonal. Vielmehr soll der Artikel informieren und eine Orientierung geben. Der Anspruch auf Vollständigkeit wird nicht erhoben.

Alkoholkonsum in Deutschland: Wie sind die Fakten? 

Laut des Bundesministeriums für Gesundheit konsumieren 6,7 Millionen Menschen zwischen 18 und 64 Jahren Alkohol in gesundheitlich riskanter Form. Etwa 1,6 Millionen davon werden als alkoholabhängig eingestuft, bei ca. 1,4 Millionen Menschen spricht man von Alkoholmissbrauch. Gleichzeitig zählt missbräuchlicher Gebrauch von Alkohol als ein wesentlicher Risikofaktor für die Entwicklung von chronischen Erkrankungen, wie etwa Krebserkrankungen, Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems und der Leber.
Insgesamt werden in Deutschland jährlich etwas mehr als 10 Liter reiner Alkohol konsumiert. Damit ist Deutschland in den oberen 10 Prozent im internationalen Vergleich vertreten.

Foto: Alkoholabhängigkeit

Wann bin ich alkoholabhängig?

Nach der internationalen statistischen Klassifikation von Krankheiten und verwandten Gesundheitsproblemen (kurz ICD: international statistical classification of diseases an related health problems) werden Diagnosen von Krankheiten nach bestimmten Kriterien verschlüsselt und vergeben. Der Herausgeber der ICD ist die Weltgesundheitsorganisation. Zurzeit findet die zehnte Revision der Klassifikation (ICD-10) ihren Einsatz.

Die Alkoholabhängigkeit wird nach der ICD-10 mit F10.2 Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol: Abhängigkeitssyndrom verschlüsselt. Zur Feststellung dieser Diagnose müssen drei oder mehr der folgenden sechs Kriterien erfüllt sein:

Starker Wunsch oder Zwang

Ein alkoholkranker Mensch verspürt einen starken Wunsch nach Alkohol. Dieses Verlangen kann bereits stark vorhanden sein, auch wenn noch keine körperlichen Symptome bei Entzug auftreten.

Kontrollverlust

Ein weiteres Merkmal ist der Kontrollverlust. Alkoholerkrankte Menschen sind z.B. häufig nicht mehr in der Lage, die Menge, den Beginn und das Ende des Konsums zu kontrollieren.

Abstinenzverlust

Der Abstinenzverlust beschreibt die Tatsache, dass der betroffene Mensch nicht auf den Konsum verzichten kann, obwohl die Sucht bereits z.T. schwere gesundheitliche und soziale Konsequenzen nach sich gezogen haben. So wird zum Beispiel der Alkoholkranke trotz bekannter gesundheitlicher Schäden (z.B. erhöhte Leberwerte oder Leberzirrhose) weiter trinken.

Toleranzbildung

Sie beschreibt das Phänomen, dass der Alkoholsüchtige immer größere Mengen Alkohol benötigt, um die bekannten Effekte der Droge zu erzielen. Der Körper hat sich somit so sehr an Alkohol gewöhnt (eine Toleranz entwickelt), dass das Verlangen nach mehr Konsum immer weiter ansteigt.

Entzugserscheinungen/Entzugssyndrom

Die Entzugserscheinungen beim Alkoholentzug sind sehr individuell zu betrachten und hängen von verschiedenen Faktoren (z.B. Länge und Stärke des Konsums, Konstitution des Betroffenen etc.) ab. Sie reichen von verhältnismäßig leichten Symptomen wie Schwitzen, Zittern und Frieren, bis hin zu starken Symptomen wie starken Gliederschmerzen, Halluzinationen, Schlafstörungen und Kreislaufzusammenbrüchen. Neben diesen körperlichen Symptomen klagen Betroffene zudem häufig über Nervosität, Aggressivität und dem unwiderstehlichen Drang, wieder zu trinken. Aus diesen Gründen empfiehlt sich ein Entzug unter medizinischer Begleitung.

Sozialer Rückzug

Die permanente Beschäftigung des an Alkohol erkrankten Menschen mit der Droge und mit deren Konsum führt in den meisten Fällen langfristig dazu, dass sie massiven Einfluss auf das soziale Leben des Betroffenen hat. So wird das Interesse an anderen Beschäftigungen (Hobbys, soziale Kontakte, Beruf usw.) sowie die Fähigkeiten, diesen nachzugehen, mit zunehmender Sucht stetig geringer. Dadurch resultieren meist weitere Probleme und Stressoren, die den Suchterkrankten zusätzlich belasten.

Quelle: ICD-10 mit F10.2 Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol: Abhängigkeitssyndrom

Wie wird eine Alkoholsucht behandelt?

Am erfolgversprechendsten ist eine Behandlung, die aus verschiedenen Aspekten besteht und die Expertisen aus unterschiedlichen Bereichen berücksichtigt und miteinander kombiniert: eine sogenannte multimodale Behandlung.

Wie aus dem vorherigen Absatz “wann bin ich alkoholabhängig” ersichtlich, ist eine Betreuung und Begleitung von medizinischem Fachpersonal in den meisten Fällen stark empfohlen. Eine ausführliche Diagnostik der körperlichen Verfassung und Parameter bilden daher die Basis für die weiteren Behandlungsschritte. Nach einer solchen Abklärung kann mit der tatsächlichen Therapie begonnen werden. Insbesondere Psychotherapeutische Ansätze sind bei der Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen essenziell. So folgt auf die medizinisch-körperliche Diagnostik eine ausführliche Diagnostik die psychischen und psycho-sozialen Faktoren betreffend.

Individuelles Behandlungskonzept

Aufbauend auf dieser Diagnostik wird ein individuelles Behandlungskonzept mit dem Betroffenen entwickelt, welches im Wesentlichen folgende Inhalte berücksichtigt:

  • Umgang mit Rückfällen
  • Krisenintervention
  • Konfliktbewältigung
  • Argumente für Abstinenz
  • Rückfallprävention
  • Angehörigenarbeit
  • Notfallplan
  • Problemlösungstraining

Die oben genannten Inhalte des Behandlungskonzepts basieren auf medizinischen Erkenntnissen und Erfahrungen. Zudem orientieren sich nicht nur an den Bedürfnissen des Patienten, sondern auch an der Erfolgsaussicht, die an diese Inhalte geknüpft sind. Was sich inhaltlich konkret hinter diesen Therapieschwerpunkten verbirgt, vermitteln Ihnen dann die entsprechenden Fachärzte und Psychotherapeuten in einem persönlichen und vertraulichen Gespräch.

Alkoholabhängigkeit überwinden

Die Behandlung einer Alkoholabhängigkeit durch einen Arzt und/oder Psychotherapeuten ist dringend zu empfehlen (Leitlinienvorgehen). Eine solche Therapie bietet zum Beispiel MEINE.Klinik. Diese Privatklinik bestehend aus Psychosomatik, Psychotherapie, Suchttherapie, Psychiatrie und Neurologie bietet ein multimodales Behandlungskonzept. Ärzte und Psychotherapeuten arbeiten zusammen in interdisziplinären Teams. Eine persönliche und auf die Bedürfnisse des Klienten zugeschnittene Betreuung steht dort genauso im Fokus wie eine kompetente ärztliche und therapeutische Behandlung im ganzheitlichen Sinne. Die Fachärzte und Therapeuten der MEINE.Klinik glauben an eine gute Genesung von Körper und Seele, wenn sich der Mensch verstanden, gut aufgehoben und in seiner Behandlung miteinbezogen fühlt.
Denn nur in der Zusammenarbeit von Behandler und Klient kann ein nachhaltiger Therapieerfolg erzielt und die Alkoholsucht überwunden werden.

MEINE.Klinik: Ärztliche Beratung und Hilfe 

Vereinbaren Sie gerne einen Soforttermin mit uns. Die Privatklinik bringt die Kompetenz und Erfahrung im Bereich Suchtmedizin mit, um Ihnen effektiv bei Ihrer Alkoholabhängigkeit weiterzuhelfen. Wir beraten Sie gerne bei Ihrem Anliegen. Telefon: 0228 299 77 00.

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