Depression – was ist das ?

Was ist eine Depression ?

Depression ist eine psychische Störung, die im Gehirn und im Körper entsteht – sie kann jeden treffen, unabhängig von Alter, Geschlecht oder sozialem Status. Durch eine Kombination verschiedener Faktoren entstehen Veränderungen im biologischen und psychologischen Bereich. Eine Depression zeigt sich durch Niedergeschlagenheit, Interessenverlust, Antriebslosigkeit, Gefühle von Wertlosigkeit und Hoffnungslosigkeit sowie körperliche Symptome wie Schlafstörungen und Appetitverlust. Eine Depression sollte behandelt werden, andernfalls kann eine Depression zu ernsten Folgen führen, wenn sie nicht behandelt wird.

Der Schweregrad einer Depression variiert von Person zu Person. Es kann von einer leichten Depression bis hin zu einer schweren Depression reichen. Merkmale für den Schweregrad einer Depression sind:

  • Anzahl und Ausprägung  der Symptome
    Betroffene mit vielen ausgeprägten   Symptomen wie Interessenverlust, Antriebslosigkeit und unter Umständen auch körperlichen Reaktionen haben möglicherweise eine schwere Depression.
  • Beeinträchtigung im täglichen Leben
    Eine Depression, die die Fähigkeit einer Person beeinträchtigt, ihre täglichen Aktivitäten wie Arbeit, Beziehungen und Freizeitaktivitäten auszuüben, kann als schwerwiegend angesehen werden.

Unabhängig von der Schwere seiner Depression, sollte jeder Betroffene professionelle Hilfe zur Stabilisierung erhalten bzw.  um eine Verschlechterung der Symptomatik zu verhindern.

Diagnose einer Depression

Ein Arzt oder ein Psychiater stellt die Diagnose einer Depression, nachdem er eine gründliche körperliche Untersuchung und eine Befragung über die Symptome durchgeführt hat. Verfahren, die angewandt werden, um eine Depression zu diagnostizieren, sind:

  • Symptom-Checklisten
    Diese Checklisten können verwendet werden, um die Häufigkeit und Dauer der Symptome zu bestimmen und zu beurteilen, ob sie für eine Depression typisch sind.
  • Psychologische Tests
    Diese Tests können verwendet werden, um die Gedanken, Gefühle und Verhaltensmuster zu untersuchen, die mit einer Depression verbunden sind.
  • Psychiatrische Befragungen
    Ein Psychiater oder ein anderer behandelnder Arzt kann eine gründliche Befragung durchführen, um mehr über die Geschichte der Depression und die Art der Symptome zu erfahren.
  • Labortests
    Blut- und Urintests können verwendet werden, um körperliche Ursachen für die Symptome auszuschließen.

Es gibt nicht nur „die eine“ Diagnostikmethode für Depressionen. Eine Kombination aus mehreren Verfahren ist oft am besten geeignet ist, um eine genaue Diagnose zu stellen. Tests oder Fragebogen können die medizinische Diagnose einer Depression nicht ersetzen. Der Arzt oder Psychiater führt eine gründliche Befragung und eine körperliche Untersuchung durch und kann erst dann eine Depression diagnostizieren. Tests oder Screening-Tools dienen dabei oft als Anhaltspunkt, um zu bestimmen, ob weitere Bewertungen erforderlich sind.

Im Gehirn liegt die Ursache einer Depression

Die bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse besagen, dass ein Ungleichgewicht von „Neurotransmittern“ wie Serotonin und Noradrenalin bei Depressionen eine Rolle spielt. Es wurden Veränderungen im Gehirnstoffwechsel, in der Struktur des Gehirns und im Aktivierungsmuster von Gehirnregionen der Menschen mit Depressionen festgestellt.
 
Neurotransmitter sind „chemische Botenstoffe“, die von Neuronen (Nervenzellen) im Gehirn produziert und freigesetzt werden, um Signale von einer Nervenzelle zur nächsten zu übertragen. Dieser Prozess findet tausende Male pro Sekunde im Gehirn statt und ist für die Regulierung von Körperfunktionen und das Funktionieren des Gehirns entscheidend.
 
Die Neurotransmitter sind wichtig für die Regulierung von Körperfunktionen wie Stimmung, Bewegung, Appetit, Schmerzempfindung, Schlaf und anderen kognitiven Funktionen. Ein Ungleichgewicht dieser Neurotransmitter wird oft mit psychischen Störungen wie Depression, Angststörungen und Schizophrenie in Verbindung gebracht.
 
Ein Ungleichgewicht von Neurotransmittern, wie Serotonin und Noradrenalin, kann aus verschiedenen Gründen entstehen. Bestimmte Faktoren beeinflussen Mangel oder Überschuss an Serotonin und Noradrenalin, was zu verschiedenen psychischen und körperlichen Störungen beitragen kann:

  • Gene
    Manche Menschen haben genetische Anomalien, die die Produktion und Freisetzung von Neurotransmittern beeinträchtigen können.
  • Stress
    Länger anhaltender Stress kann die Freisetzung von Neurotransmittern beeinträchtigen und somit das neurochemische Gleichgewicht im Gehirn stören.
  • Ernährung
    Eine ungesunde Ernährung kann zu einem Mangel an Vitaminen (Vit. D) und Mineralien führen, die für die Produktion von Neurotransmittern notwendig sind.
  • Schlafmangel
    Schlafmangel kann zu einem Anstieg von Stresshormonen und einer Verringerung von Neurotransmittern wie Serotonin führen.
  • Krankheiten
    Einige Krankheiten, wie z.B. Schilddrüsenerkrankungen oder Niereninsuffizienz, können das neurochemische Gleichgewicht beeinträchtigen.
  • Drogen- und Alkoholmissbrauch
    Drogen und Alkohol können den Neurotransmitterhaushalt beeinträchtigen und somit das neurochemische Gleichgewicht stören.

Ein Arzt kann durch Bluttests und andere diagnostische Maßnahmen das Vorhandensein eines Ungleichgewichts von Neurotransmittern feststellen.

Depression behandeln und heilen

Eine Depression ist behandelbar, jedoch nur selten vollständig heilbar. Mit der richtigen Behandlung und Unterstützung können hingegen die meisten Menschen mit Depressionen ihre Symptome verbessern und ein erfüllteres Leben führen. Typische Behandlungen für Depressionen sind:

  • Psychotherapie
    Eine Form der psychischen Gesundheitsbehandlung, die darauf abzielt, Gedanken, Verhaltensmuster und Emotionen zu untersuchen und zu verändern.
  • Antidepressiva
    Medikamente, die dazu beitragen können, die Stimmung zu verbessern und andere Depression-Symptome zu reduzieren.
  • Elektrokonvulsionstherapie (ECT)
    Eine Form der Behandlung, bei der kurze Stromimpulse durch den Kopf geleitet werden, um die Depression zu verbessern. Dies wird bei chronischen und schwer behandelbaren Depressionen durchgeführt.
  • Lichttherapie
    Eine Form der Behandlung, bei der Licht verwendet wird, um die Stimmung und den Schlafrhythmus zu verbessern. Sie wird häufig bei Winterdepression eingesetzt.
  • Musiktherapie
    In Bezug auf Depressionen kann Musiktherapie helfen, Stimmungen zu verbessern und Stress abzubauen.
  • Entspannungsverfahren
    Sie reduzieren die Anspannung, vermindern dadurch die Grübelneigung und fördern den Schlaf.

Jeder Betroffene reagiert individuell auf Behandlungen gegen Depressionen. Sehr häufig ist eine Kombination aus mehreren Ansätzen oft am besten geeignet ist, um zufriedenstellende Ergebnisse zu erzielen.

Eigen-Therapie bei einer Depression

Selbsthilfe kann ein wichtiger Bestandteil der Behandlung einer Depression sein. Sich einzugestehen, dass man depressiv ist, ist genauso wichtig, wie selbst etwas zu tun, um den Zustand erträglicher zu machen. Probate Selbsthilfe-Tipps sind:

  • Sport und Bewegung
    Regelmäßige Bewegung kann helfen, Stress abzubauen und die Stimmung zu verbessern.
  • Ernährung
    Eine ausgewogene Ernährung kann helfen, den Körper und Geist mit den Nährstoffen zu versorgen, die er braucht, um gesund zu bleiben.
  • Schlaf
    Ausreichend Schlaf ist wichtig für die körperliche und geistige Gesundheit.
  • Beziehungen
    Soziale Kontakte können helfen, Stress abzubauen und das Gefühl der Verbundenheit zu stärken.
  • Stressbewältigung
    Stressbewältigungstechniken wie progressive Muskelentspannung oder Meditation können helfen, Stress abzubauen und die Stimmung zu verbessern.

Es ist wichtig zu beachten, dass Eigentherapie nicht ausreichen kann, um Depressionen zu behandeln, und dass es wichtig ist, sich fachliche Hilfe zu suchen, wenn Symptome vorhanden sind. Ein Arzt oder Psychiater kann helfen, eine Diagnose zu stellen und eine Behandlung zu empfehlen.

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